Strategie liegt aber darin, den Spread der beiden Optionen für weniger als die Differenz zwischen den beiden Ausübungspreisen zu kaufen. Liegt also zum Beispiel der Basispreis des Long Call bei 55 und der Basispreis des Short Call bei 65 Dollar, wäre es gut, netto weniger als zehn Dollar dafür zu bezahlen. Dadurch hat man in der Regel ein besseres Chance/Risiko-Verhältnis als bei einem klassischen Covered Call mit Aktien, und das zu einem Bruchteil der Kosten. Ein klassischer Covered Call hat zudem ein unbegrenztes Abwärtsrisiko. Wer aber trotzdem die klassische Variante umsetzen möchte, für den habe ich einen Tipp: Schreiben Sie nicht auf alle Aktien, die sie halten, Calls, da sonst das Potenzial nach oben hin komplett gedeckelt ist. Wenn Sie 1000 Stück einer bestimmten Aktie halten, sollten Sie zum Beispiel nur fünf Calls verkaufen. Wenn die Aktien dann stark steigen, werden nur 500 Aktien zum Ausübungspreis abgerufen. Sie nehmen hier zwar auch nur die Optionsprämie für die fünf verkauften Calls ein, aber halten im Erfolgsfall immer noch 500 Aktien, die voll an der Rallye teilnehmen. Damit kombinieren Sie das Ziel, Einkommen über Optionen zu erzielen, mit dem hohen Aufwärtspotenzial der Aktienposition. TRADERS´: Welche Ansätze setzen Sie in dem Anteil Ihres Portfolios um, der systematischen Strategien zugewiesen ist? Kaeppel: Der systematische Anteil macht 30 Prozent meines Gesamtportfolios aus. Ich verfolge hier fünf bis sechs verschiedene Ansätze. Wenn einer von ihnen bullisch ist, bin ich mit einem Drittel dieses Portfoliobestandteils im Markt, also zehn Prozent des Gesamtportfolios. Wenn aber drei oder mehr Strategien optimistisch sind, bin ich voll investiert. Umgesetzt werden die einzelnen Ansätze in der Regel mit index- und branchenspezifischen Fonds und ETFs. Es ist übrigens sehr interessant, sich einmal speziell mit den einzelnen Sektoren zu beschäftigen. Unter den richtigen Umständen kann man im richtigen Sektor im Laufe der Zeit ein Vielfaches der Rendite des S&P 500 erzielen. Dazu ein verrücktes Beispiel: Der Immobiliensektor hat seit 1959 in Zeiten, in denen die führenden Wirtschaftsindikatoren über ihrem exponentiellen 12-Monats-Durchschnitt lagen und der 6-MonatsDurchschnitt steigend verlief, insgesamt 61.000 Prozent zugelegt. Der zweitbeste Sektor war Technologie mit 35.000 Prozent. Der Materialsektor legte in der gleichen Zeit aber nur 3000 Prozent zu. Das ist ein gewaltiger Unterschied. TRADERS´: Was stecken Sie in die verbleibenden, flexiblen zehn Prozent des Portfolios? Kaeppel: Ich nenne diesen Teil „Was auch immer“. Das heißt, ich kann nach eigenem Ermessen kaufen oder verkaufen, was ich will. Durch die Begrenzung auf zehn Prozent des Portfolios kann eine potenziell schlechte Anlageidee nicht meinen kompletten Investmenterfolg zerstören. TRADERS´: Das wäre sicherlich auch ein guter Rat für andere Anleger. Kaeppel: Durchaus. Viele Anleger haben großes Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten, und daran ist nichts auszusetzen, außer wenn sie viel zu viel dafür riskieren. Solche Experimente können finanziell und psychologisch verheerend sein. Andererseits gibt es Menschen, die kein Vertrauen darin haben, Aktien auswählen zu können oder Gelegenheiten zu erkennen, obwohl sie vielleicht ziemlich gut wären. Diese PEOPLE Infobox: Buch Titel: Seasonal Stock Market Trends Untertitel: The Definitive Guide to Calendar-Based Stock Market Trading Erscheinungsdatum: 22. Dezember 2008 Umfang: 320 Seiten Autor: Jay Kaeppel Sprache: Englisch Verlag: Wiley ISBN: 978-0470270431 TRADERS´ 05.2023 91 „Der Zweck eines Stopps besteht nicht darin, die Renditen zu maximieren, sondern darin, sein Vermögen zu schützen.“
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