90 wert als tausend Vorhersagen darüber, was als nächstes passieren wird. TRADERS´: Wann genau entsteht hier das Einstiegssignal? Kaeppel: Dazu betrachte ich die Differenz zwischen dem 3-Tage- und dem 10-Tage-Durchschnitt. Ich warte darauf, dass diese Differenz im negativen Bereich nach oben dreht. Das signalisiert mir, dass sich die Kursdynamik wieder ins Positive drehen könnte. Am besten ist es dabei, wenn der Kurs über dem 30-Tage-Durchschnitt liegt und diese Linie steigend verläuft. Das allein ist aber nur ein Teil der Gleichung, dem das Money- und Risikomanagement folgen muss. In der Praxis ist es deshalb so, dass zwei Händler, die genau denselben Einstiegszeitpunkt verwenden, aufgrund der anderen Schritte und Faktoren sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielen werden. TRADERS´: Sie sind auch im Optionshandel aktiv. Was raten Sie Tradern, die sich für diese Art des gehebelten Terminhandels interessieren? Kaeppel: Der größte Fehler, den Trader im Hinblick auf den Optionshandel machen, ist eine verzerrte Erwartungshaltung: Sie möchten schnell viel Geld verdienen. Technisch ist das zwar möglich, aber auch hochriskant. Um langfristig mit Optionen wirklich erfolgreich zu sein, braucht man viel Wissen, Erfahrung und Disziplin. Am besten, man fängt mit nur einem Kontrakt an zu handeln, wenn man neu in diesem Geschäft ist. Es geht darum, einen erfolgreichen Prozess zu etablieren und Praxiserfahrung zu sammeln, ohne dabei gleich sein letztes Hemd zu verlieren. TRADERS´: Eine Ihrer Strategien ist der Handel mit Covered Calls, ohne aber wirklich die zugrunde liegende Aktie zu besitzen. Wie sieht das genau aus und was sind die Vorteile? Kaeppel: Bei einem klassischen Covered Call wird die Option durch einen tatsächlichen Bestand an Aktien gedeckt. Man besitzt also zum Beispiel 100 Aktien und verkauft eine Call-Option auf diese. Bei meinem Ansatz kauft man statt der Aktien einen im Geld liegenden Call, der die Aktienposition indirekt repräsentiert. Das Delta sollte dabei etwa 70 betragen. Wie bei der klassischen Variante wird dann ebenfalls ein Call verkauft, der aus dem Geld liegt. Der Hauptvorteil dieser alternativen Vorgehensweise besteht darin, dass sie weniger kostet und einen gewissen Schutz vor Kursverlusten bietet. TRADERS´: Können Sie uns ein einfaches Beispiel geben? Kaeppel: Nehmen wir eine Aktie, die bei 60 US-Dollar notiert. Der Kauf von 100 Aktien kostet hier 6000 US-Dollar. Alternativ könnten Sie je nach aktueller Volatilität wahrscheinlich eine moderat im Geld liegende Option für 6 bis 10 Dollar pro Kontrakt kaufen. Ein Kontrakt bezieht sich auf 100 Aktien, sodass die Kosten in diesem Fall 600 bis 1000 Dollar betragen würden – gegenüber 6000 Dollar beim Aktienkauf. Der Schlüssel dieser speziellen PEOPLE TRADERS´ 05.2023 B4 Beispiel Pullbacks mit GDs Die Grafik zeigt ein Beispiel für Long-Signale nach Rücksetzern im S&P 500 ETF (SPY). Dafür müssen der 10-Tage-Durchschnitt (violette Linie) über dem 30-Tage-Durchschnitt (blaue Linie) und der 30-TageDurchschnitt über dem 200-Tage-Durchschnitt (rote Linie) liegen. Der Trigger ist dann die Differenz zwischen dem 3-Tage- und dem 10-Tage-Durchschnitt (siehe Subchart), die nach oben dreht, im Idealfall im negativen Bereich. Quelle: https://aiqeducation.com/ „Der 10-Tage-Durchschnitt muss über dem 30-Tage-Durchschnitt und der 30-Tage-Durchschnitt über dem 200-Tage-Durchschnitt liegen.“
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