Traders Magazin_05_2023.indb

44 • Privattrader können sehr schnell auf Marktveränderungen reagieren und auch ihre Anlagestrategie anpassen. Sie müssen sich nicht an die formellen Regeln einer Geldanlage halten. • Privattrader können sich unlimitiert schnell in den Markt einkaufen und ihn auch wieder unlimitiert verlassen. Der Wert der bewegten Positionen ist so klein, dass sie problemlos handeln können. • Wenn ein Privattrader eine Stopp Order in den Markt stellt, dann wird diese fast ohne Slippage ausgeführt. Das ist ein kleiner Handelsvorteil, der aber über einen langen Zeitraum Performance-Vorteile bietet. Ein großer Fonds kann praktisch nur intern mit Stopps arbeiten. Wird der Stopp gerissen, beginnt ein längerer Prozess, um die Position aufzulösen. • Privatanleger können die Performance ihrer Anlagen leichter verfolgen und haben einen besseren Einblick in die Kostenstruktur ihrer Investitionen, während Fonds häufig komplexere Gebührenstrukturen haben. • Privatanleger, die ihr Depot selbst verwalten, können oft kostengünstiger investieren als Fonds, da die üblichen Managementgebühren entfallen. • Privattrader können Strategien umsetzen, die auch in liquiditätsschwachen Börsenzeiten funktionieren. Sie finden deshalb mehr Handelschancen in den Finanz- märkten. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Vor- und Nachteile unterschiedlich zu bewerten sind. Während ein Fonds meistens Know-how-Vorteile gegenüber einem Privatanleger hat, dürfte der Vorteil nicht mehr beim privaten Profitrader gelten. Die erfolgreichen Privattrader haben oft spezialisierte und feine Strategien, die sie in- und auswendig kennen. Der private Profi benötigt auch nicht zwingend eine Diversifikation innerhalb seines Depots. Wenn er seinen Markt kennt, dann weiß er auch, wann es gefährlich werden könnte. Der private Profitrader, der sich zum Beispiel auf den Handel von Gold spezialisiert hat, besitzt ungleich stärkere „Waffen“ im Vergleich zu einem Fonds, der Gold nur in seinem Depot hat, um eine Risikostreuung zu erreichen. Kann David in einem AktienChart erkennen, ob ein Goliath gerade kauft? Es ist schwierig, allein anhand eines Aktien-Kurscharts zu erkennen, ob große Marktteilnehmer eine Aktie kaufen. Der Kurs eines Wertpapiers spiegelt normalerweise die Nachfrage und das Angebot wider, die von verschiedenen Marktteilnehmern erzeugt werden können. Allerdings gibt es einige Anhaltspunkte, die darauf hinweisen könnten, dass große Marktteilnehmer eine Aktie kaufen oder verkaufen: Als erstes wäre das Handelsvolumen zu nennen. Wenn das Handelsvolumen einer Aktie hoch ist, kann dies darauf hindeuten, dass große Marktteilnehmer handeln, da sie in der Regel größere Volumina bewegen als Kleinanleger. Wenn der Kurs einer Aktie dynamisch steigt oder fällt, kann dies darauf hindeuten, dass große Marktteilnehmer mit ihren Trades den Markt beeinflussen. Wenn Insider, wie zum Beispiel Vorstandsmitglieder oder Großaktionäre, Aktien eines Unternehmens kaufen oder verkaufen, kann dies ebenfalls ein Indikator für Aktivitäten von großen Marktteilnehmern sein. Ob große Marktteilnehmer die Aktie interessant finden, erkennt man häufig an den kritischen Kursmarken. Ein Goliath versteht mindestens ebenso viel von Technischen Analysen, wie der David. Nehmen wir an, es zeichnet sich ein kurstechnischer Ausbruch aus einem Kursdreieck ab. Ein großer Marktteilnehmer weiß natürlich genauso wie der Privatanleger, dass der Kurs aus dem Dreieck ausbrechen könnte und sich daraus eine neue Dynamik entwickeln dürfte. Also wird der Goliath COVERSTORY TRADERS´ 05.2023 Sie sehen im Bild die Apple-Aktie und den langfristigen Verlauf des Kurses. Im unteren Bereich des Charts ist der OBV-Indikator abgebildet. Der OBV ist ein guter Indikator für die Analyse der Trendgesundheit. Im Idealfall macht der OBV exakt die gleichen Bewegungsmuster wie der Kursverlauf. Quelle: stock3.com B3 Die Apple-Aktie im Wochen-Chart

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