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24 realen Beispielen kann man die Überlegung anstellen, dass die Marktbewegung durch das Handeln der einzelnen Teilnehmer zustande kommt, die in der Regel sehr professionell agieren und ihr Bestes geben, um die besten Resultate zu erhalten. Das ist einem zu Hause vor dem Rechner aber nicht bewusst. Vor allem nicht, wenn man aufgrund des übersteigerten Selbstbewusstseins gegen warnende Worte so resistent ist wie ein irischer Hafenarbeiter gegen Alkohol. Börsenbuchautor Jack Schwager stellte während des Schreibens seiner Bücher „Magier der Märkte“ fest, dass bei all diesen großen interviewten Persönlichkeiten eine Gemeinsamkeit besteht: Sie hatten allesamt früher oder später einmal einen Totalverlust erlitten. Ich weiß nicht, wie es in den jeweiligen Fällen so weit kommen konnte, jedoch muss wohl stets eine gewaltige Ladung an übersteigertem Selbstwertgefühl involviert gewesen sein. Ein Totalverlust ist praktisch das Endstadium einer Depressionsphase, die ich fast schon lieber als Selbstzerstörungsphase bezeichnen würde. Das Unheil nahm seinen Lauf Nachdem ich endlich mit KO-Zertifikaten auf beinahe allen Märkten in alle Richtungen spekulieren konnte, war ich nicht mehr zu bremsen. 2007 wurde mir der Aktienmarkt etwas zu unberechenbar. Also schnappte ich mir das hebelstärkste KO-Zertifikat und ging long mit Silber. Früher hatte ich mit Silber gute Erfahrungen gemacht und baute deshalb eine 2.000 Euro große Position auf. Der Knock-Out des Zertifikats war weit entfernt. Der Silberkurs müsste dazu einen ganzen Prozentpunkt fallen. Bevor die Katastrophe schließlich passierte, beschloss ich nach einem unspektakulären ersten Tag, meine Position zu verdoppeln. Irgendwann muss Silber ja steigen. Am selben Abend kurz vor acht Uhr konnte ich beobachten, wie Silber entsprechend nachgab und das auch noch außerhalb der Handelszeit. Ich konnte nicht eingreifen und das war ein KO für meine Silberposition. Meine zuvor erzielten Gewinne waren dahin und ich stand sogar leicht in der Kreide. Das nächste Mal würde ich darauf achten, eingreifen zu können. Ansonsten fiel mir nichts weiter Verbesserungswürdiges auf. Ich hielt engen Kontakt zu meinem „Junge Götter“- Kollegen Sebastian, der in der Zwischenzeit ebenfalls sein Studium beiseitelegte und mit ein paar Hundert Euro ein Direktbank-Konto eröffnete. Er spekulierte auf den DAX und hatte nach kurzer Zeit seine Einlage verdoppelt. Außerdem benutzte er eine ultimative Wunderwaffe, nämlich Candlestick-Charts und deren Formationen. Dazu lieh er mir das passende Buch von Steve Nison. Alles war perfekt. So perfekt, dass ich fortan das ganze mir zur Verfügung stehende Geld in einen einzigen DAX-Optionsschein steckte. Das Musterdepot meines Börsenbriefs war zu diesem Zeitpunkt kaum investiert und tendierte nur seitwärts, also ließ ich das mit den Aktien bleiben. Nach einigen mäßigen Erfolgen ließ ich eines Abends meine Long-Position im Markt, da sie mir meiner Meinung nach noch nicht genügend Gewinn eingebracht hatte. Der Hebel war knapp 100 – auf das komplette Depot, welches zu diesem Zeitpunkt zirka 20 Prozent im Minus lag. Wissen Sie, was ein Down Gap ist? Alle Indikatoren sprachen für mich Am Morgen des 18. April 2007 eröffnete der DAX ungefähr 50 Punkte unter dem Vortagesschlusskurs und er fiel weiter. Irgendwann zog ich die Notbremse und stellte glatt. Mein Depot stand jetzt nur noch bei 4000 Euro. Von diesem Zeitpunkt an setzten erste Zweifel ein. Nach einer weiteren Wette mit meiner Freundin – innerhalb TRADERS´ 05.2023 SystemTrader Alter Hase Anfänger Zocker kontrolliert zufällig diskretionär systematisch In die Trader-Matrix lassen sich alle Börsianer einordnen. Der zeitliche Anlagehorizont ist davon unabhängig. Die vier Sektoren entstehen durch die beiden Dimensionen Zufall-Kontrolle und systematisch-diskretionär. Dauerhaft profitabel ist man nur, wenn man es schafft in den oberen Bereich vorzudringen. Quelle: TRADERS´ B2 Trader-Matrix INSIGHTS

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