76 Der richtige Umgang mit Gefühlen Wenn man es von der neurowissenschaftlichen Seite her betrachtet – und wenn man Emotionen als Daten betrachtet, dann sind alle Emotionen nützlich, da sie wertvolle Information beinhalten und die Energie fürs Handeln freisetzen. Furcht kommt bei einer potenziellen Gefahr, Aufregung bei einer möglichen guten Gelegenheit. Allein die Tatsache, dass man alle Emotionen als nützlich akzeptiert und dass es keine „schlechten“ oder „negativen“ Emotionen gibt, kann die Aversion gegenüber Emotionen wie Furcht, Ärger oder Reue reduzieren. Steve Ward zeigt in diesem Artikel, wie Sie Ihre Emotionen von einer ganz neuen Seite sehen können. können wir damit umgehen beziehungsweise desto weniger intensiv ist die Reaktion auf diese Erfahrung. Das ist ähnlich der Exposure-Therapie, bei der man Patienten ihren Ängsten aussetzt. Dadurch lernen sie, effektiver damit umzugehen und die Intensität zu schwächen. Der Trading-Prozess darf kein Kampf sein Als Trader muss man seinen Emotionen gegenüber offen sein, sie akzeptieren und mit ihnen arbeiten. Dadurch erhält man einen Einblick in die eigene Psyche. Ein Trader muss erkennen, dass er mit dem Kampf gegen seine negativen Emotionen seine Aufmerksamkeit dem Trading gegenüber reduziert und schneller ermüdet. Es ist möglich, seine Emotionen zu kontrollieren oder sogar zu unterdrücken. Aber das ist vergleichbar mit einem Ball, den man unter Wasser drücken möchte. Man schafft es, aber es bedarf der Anstrengung und man muss fast seine gesamte Aufmerksamkeit darauf verwenden. Trotz der Bemühungen kommt letztendlich der Ball doch wieder nach oben. Das Unterdrücken von Emotionen sorgt dafür, Von der Vermeidung zur Akzeptanz Die meisten emotionalen Reaktionen sind für die Situation, in der man sich befindet, völlig in Ordnung. Daher sind es „klare“ Emotionen. Furcht warnt vor einer potenziellen Gefahr im Markt und die Aufregung informiert über eine mögliche gute Trading-Gelegenheit. Man muss sich dieser Gefühle bewusst sein, damit man die Vorteile der internen Risikoeinschätzung trainieren und maximieren kann. Seinen Gefühlen gegenüber offen zu sein ist der Schlüssel dazu, Erfahrungen zu messen und zu formen. Das ist der sogenannte Exposure-Effekt. Indem man sich dem stellt, was in diesem Moment präsent ist – also im Moment empfindet und ihn nicht versucht zu ändern. So kann man auch unangenehme Erfahrungen aufnehmen und der Schwierigkeit ins Auge blicken, anstatt sich davon abzuwenden. Obwohl dies für viele Menschen gegen die Intuition läuft, ist es gut, solche Erfahrungen zu machen und zu lernen, mit ihnen umzugehen. Oft bemerken wir, dass wir umso besser mit Dingen umgehen können, je öfter wir diesen ausgesetzt sind. Eigentlich logisch – und umso besser EMOTIONEN BEIM TRADING © Ingo Bartussek – stock.adobe.com TRADERS´ 05.2023 Teil 2 BASICS
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