60 Pairs Trading: Wenn man weiß, dass man nichts weiß? Nicht immer sind Märkte gut prognostizierbar. Wenn man als Trader vor unsicheren Marktsituationen steht, dann könnte eine richtungsneutrale Strategie goldrichtig sein. So einen Ansatz bietet das Pairs Trading. Hierzu werden zwei Handelswerte miteinander verglichen, die in einer engen Beziehung stehen. Die Grundthese lautet dazu: Je weiter die beiden Werte sich voneinander entfernt haben, desto wahrscheinlicher wird die Umkehr zum Mittelwert. Wo kommt das Pairs Trading her? Eine höhere Popularität gewann das Pairs Trading erst im Jahr 2011, als Perry J. Kaufman sein Fachbuch „Alpha-Trading“ veröffentlichte. Zuvor war der Tradingstil eher etwas für institutionelle Marktteilnehmer, die meist im Bereich der Hedgefonds zu verorten waren. Schon 1980 setzte die Investment Bank Morgan Stanley das Pairs Trading ein. In der Bank gab es eine spezielle Abteilung, die sich mit quantitativen Handelsstrategien beschäftigte und sie wurde von Nunzio Tartaglia geleitet, der damals als Star in der Trading-Szene galt. Die Vorbereitung ist wichtig Um erfolgreiches Pairs Trading zu betreiben, muss der Anleger eine sorgfältige Analyse betreiben. Es muss sichergestellt werden, dass die beiden Vermögenswerte wirklich miteinander korrelieren. Der Trader muss dabei auch die Risiken verstehen, die mit dieser Strategie verbunden sind, einschließlich der Möglichkeit, dass die beiden Vermögenswerte sich von ihrer historischen Korrelation entfernen könnten. Hierin liegt das Hauptrisiko. Für das Pairs Trading kommen Aktien, Indizes, Devisen, Rohstoffe oder eine Kombination infrage. Für den risikobewussten Trader sind auch die vielen ETFs ein guter Ansatz. Der Pairs Trader versucht stets Profit aus der Ungleichheit Was ist Pairs Trading? Pairs Trading ist eine Anlagestrategie, bei der ein Trader zwei ähnliche Vermögenswerte miteinander vergleicht und darauf spekuliert, dass sich die Preise dieser Vermögenswerte wieder zueinander entwickeln werden. Der Kern der Strategie besteht darin, nur zwei Vermögenswerte auszuwählen, die auch miteinander korrelieren und sich aber kurzfristig anders entwickelt haben. Dies könnten zum Beispiel zwei Aktien desselben Sektors beziehungsweise einer Branche sein. Der Trader würde dann eine Long-Position auf die Aktie A eröffnen und eine Short-Position auf die Aktie B. Sobald sich die ungewöhnliche Kursdifferenz wieder normalisiert, würden durch das Pairs Trading jeweils ein Gewinn und ein Verlust entstehen. Der Gewinn ist allerdings deutlich höher als der Verlust. So kann der Trader unabhängig von der zukünftigen Marktrichtung Gewinne erzielen. Die Idee hinter dieser Strategie: Zwei Aktien einer Branche werden sich zwar unterschiedlich entwickeln, doch starke kurz- und mittelfristige Differenzen werden sich wieder ausgleichen. Die Ursache für die Angleichung ist eben die Branche und einzelne Unternehmen aus der Branche können kaum sprunghafte Innovationen erzeugen, sodass große Kursdifferenzen gerechtfertigt wären. Kurzfristige Veränderungen geschehen durch News und sonstige Kursbeeinflussungen und sie verursachen eine Ineffizienz. © Pixel-Shot – stock.adobe.com TRADERS´ 05.2023 ZWEI FLIEGEN MIT EINER KLAPPE STRATEGIE
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