33 so sein korrekter Name war einfach ein schlauer Mathematiker aus dem Mittelalter mit guter Beobachtungsgabe. Mr. Fibonacci hat seine mathematischen Reihen auf Basis von Beobachtungen des inzestuösen Kopulationsverhalten von Kaninchen konstruiert. Seine bekannte Zahlenreihe dient zur Berechnung der Vermehrungsquote von Mr. und Mrs. Bunny Rabbit und ihren Nachkommen. Wenn man ihn schon damals darauf hingewiesen hätte, dass in ferner Zukunft mit seiner Zahlenreihe die Kursziele an den Finanzmärkten bestimmt werden, wäre Mr. Fibonacci vermutlich sehr erstaunt gewesen. Um nicht zu sagen, er hätte wahrscheinlich kein Wort verstanden. Eine Diskussion über die FibonacciTheorie ist wie eine Diskussion über die Bibel mit einem wiedergeborenen Christen. Es gibt nichts, das funktioniert, außer der Glaube. Deshalb kann man einen Gläubigen nicht ernsthaft von der Abkehr überzeugen. Der (scheinbare) Zusammenhang mit den Märkten In den Finanzmärkten erwartet man von den Verhältnissen der Fibonacci-Zahlen, dass sie Tradern sagen könnten, wo bedeutende Unterstützungen oder Widerstände im Markt liegen könnten. Das Schema ist auch auf zeitliche Relationen anwendbar und daher wäre sogar ein Termin für eine mögliche Kursumkehr errechenbar. Schaut man sich die üblichen Fibonacci-Erklärungen im Internet an, dann läuft es immer auf das gleiche Schema hinaus. Ungefähr so: Die Fibonacci-Verhältnisse sowie verschiedene andere von ihnen abgeleitete Relationen treten in der Natur auf und sind Gesetzmäßigkeiten. In den Finanzmärkten zeigen sie oft Kurslevels an, an denen (anscheinend) starker Widerstand und Unterstützung zu finden sind. Fibonacci-Verhältnisse findet man in der Natur (zum Beispiel Seemuschelspiralen, Blumenblüten, Struktur von Zweigen und so weiter) und sie werden auch in der Kunst, Geometrie, Architektur und Musik angewendet. Weil die Fibonacci-Relationen in der Natur zu finden sind, gelten sie auch für Finanzmärkte? Ist das nicht eine seltsame Logik? Warum sind sie so wichtig für Finanzmärkte? Tatsächlich gibt es keine statistische Untersuchung, die eine nachweisbare mathematische Relevanz unterstützt. Hierzu gibt es übrigens eine sehr gute Studie von Rene Kempen, die im Rahmen der VTADAwards veröffentlicht wurde (siehe Bild 2). Rene Kempen zeigt in der Studie, dass die Fibonacci-Relationen ein menschengemachtes Ding sind und kein Naturgesetz. Ob man Fibonacci nun als kosmische Ordnung oder Zufall sieht, macht eigentlich wenig Unterschied. Die weltweite Glaubensgemeinschaft der Fibonacci-Trader erzeugt auf jeden Fall bestimmte Verhaltensweisen an den Finanzmärkten. Deshalb kommt es manchmal zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung und der Kurs wendet sich zum Beispiel scheinbar genau beim Retracement von 61,8 Prozent. Ein wenig Zynismus sollte trotzdem erlaubt sein. Es ist kein Geheimnis, dass die große Mehrheit der Trader an den Finanzmärkten verliert. Unterhalb jeder Werbeanzeige eines Brokers sind die Verlustquoten der Depots genannt. In Abhängigkeit vom Broker reichen die Zahlen von 70–90 Prozent. Nun, wie wir wissen, nutzen die meisten Trader auch die Fibonacci-Relationen. Können wir daraus einen Zusammenhang ableiten? Wenn die Mehrheit mit Fibonacci arbeitet und die meisten verlieren, warum haben die Fibonacci-Relationen so viele Anhänger? Eine abschließende Die Größenrelationen des Mannes zeigen an jeder Stelle die Verhältniszahl von 0,618. Das ist der Goldene Schnitt, der sich aus den Fibonacci-Relationen ergibt. Quelle: Wikipedia B1 Vitruvianischer Mann von Leonardo da Vinci TRADERS´ 05.2023 INSIGHTS
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