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16 Strategische Weitsicht im Trading entwickeln Wenn Sie Erfolg im Trading haben wollen, wird es Zeit, die Denkrichtung zu ändern. Wechseln Sie die Perspektive von der Vergangenheit zur Zukunft. Der strategische Weitblick ist die Schlüsselkompetenz! Es geht um die Fähigkeit, Marktentwicklungen zu analysieren, zu antizipieren und zu planen. Damit wird Trading mehr zu einem Persönlichkeitstest und weniger zu einem Intelligenztest. nachweisen konnte, hat mit größter Wahrscheinlichkeit im Folgejahr keine mehr. „Mean reversion“, also die Rückkehr zum Mittelwert, nennt sich dieses statistisch belegbare Phänomen. Der grundsätzliche Denkfehler dabei ist, an überholten Grundannahmen festzuhalten und vergangene Entwicklungen einfach linear fortzuschreiben. Das ist rückwärtsgewandtes Denken. In meiner Arbeit als Trading Coach stelle ich immer wieder fest, wie schwer es Tradern fällt, Meinungen und Überzeugungen fallen zu lassen und von der Zukunft her zu denken. Es bedeutet, mit Wahrscheinlichkeiten und Szenarien zu arbeiten und nicht vergangene Entwicklungen einfach fortzuschreiben. Der Markt kommuniziert über Wahrscheinlichkeitsmuster. Es gibt keine Gesetzmäßigkeiten. Entweder man hört auf die Signale und folgt dem Markt oder man wird sein TradingKapital über kurz oder lang verlieren. Der Trading-Psychologe Mark Douglas brachte es in seinem Buch „Trading in the Zone“ auf den Punkt: „To eliminate the emotional risk of trading you have to think from the markets perspective. The market is always communicating in probabilities. To think in probabilities, you have to create a mental framework or mindset that is consistent with the underlying principles of a probabilistic environment.” Ein Hedgefonds-Manager aus London hat mir kürzlich eine hochinteressante Studie von einer Universität in London zugeschickt. Der Aha-Effekt war groß. In einem Experiment mit 56 professionellen Tradern aus der City von London konnten die Finanzwissenschaftler herausfiltern, welche Fähigkeiten einen erfolgreichen Trader ausmachen und welche nicht. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Erfolg im Trading hat nichts mit überdurchschnittlichen analytischen oder kognitiven Fähigkeiten zu tun. „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben“, sagte einstmals Albert Einstein. Was in der Vergangenheit funktionierte, muss noch lange nicht für die Zukunft gelten. Trotzdem ignorieren Anleger und Trader geflissentlich den Warnhinweis: „Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Performance“. Wenn geschäftstüchtige Anbieter über Jahrzehnte getestete Handelsstrategien anpreisen, gleichzeitig eine maximale Rendite bei minimalem Risiko versprechen, dann entlockt das erfahrenen Tradern bestenfalls ein müdes Lächeln. Wunschdenken ist keine erfolgversprechende Strategie. Ich kenne niemanden, der von gekauften oder kopierten Handelsstrategien reich geworden wäre. Außerdem bleiben Trends und Outperformance selten über längere Zeiträume stabil. Wer daran zweifelt, sollte sich die sogenannte „Persistence Scorecard“ von S&P Global Research anschauen. Egal ob Fonds, ETF’s oder Aktien, wer in einem Jahr eine Outperformance TRADERS´ 05.2023 © Ramona Heim – stock.adobe.com INSIGHTS Roland Ullrich Der Diplom-Volkswirt und Chartered Financial Analyst (CFA) hat 20 Jahre bei Banken in Frankfurt/Main, London und New York im Aktiengeschäft gearbeitet. Als Trading Coach hilft er professionellen und privaten Tradern. Er produziert Bücher, Fachbeiträge, Lehrvideos und bietet Seminare über psychologisch optimierte Handelsstrategien und Trading Psychologie an. Infos: https://www.roland-ullrich.com

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