Traders Magazin_05_2023.indb

EDITORIAL David gegen Goliath Goliath war ein biblischer Krieger auf Seiten der Philister im Kampf gegen die Israeliter. Goliath war der perfekte Krieger, nicht nur mit modernstem Kriegsmaterial ausgerüstet, sondern auch beinahe drei Meter groß. Und nachdem Goliath über Wochen die Israeliter ausgelacht und beschimpft hatte, kam der kleine David und nahm dem Kampf mit ihm auf (und gewann, wie die Bibelfesten wissen). David gegen Goliath ist ein gerne genutzter Vergleich, wenn man die Chancen von Privatanlegern an der Börse im Vergleich zu den Profis ansieht. Die Großen, das sind Banken, Fonds, Hedgefonds und sonstige Vermögensverwalter. Die Kleinen sind alle anderen. Auf den ersten Blick mag man annehmen, dass die Vorteile bei den Großen liegen: besseres Equipment, schnellere Information – und vor allem die besten Akteure der Branche. Aber es werden ihnen auch Stöcke zwischen die Beine geworfen. Und zwar vom Regulator bzw. dem Gesetzgeber. Denken Sie beispielsweise an die UCITS-Richtlinien Lothar Albert Chefredakteur und Herausgeber (Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities). Sie gelten für Anlagen wie Fonds oder ETFs, die zum Schutz der Anleger gewisse Vorgaben wie eine Mindestdiversifikation oder Positionsobergrenzen vorgeben. Damit muss sich ein privater Trader nicht beschäftigen. Nur ein Beispiel: Ein Fonds hätte nicht 1997 in Amazon investieren und dann 20 Jahre später den Profit ernten können. Er hätte beim Erreichen gewisser Grenzen immer wieder die Positionsgröße verkleinern müssen. Ein privater Trader muss das nicht. Manchmal ist es auch so, dass der versierte David erkennen kann, was Goliath gerade tut, was er als nächstes tun wird. Und mit diesem Wissen lässt sich natürlich auch Geld verdienen. Die Unterschiede zwischen David und Goliath an den Börsen betrachten wir in unserer aktuellen Coverstory und versuchen dabei natürlich, den Edge auf die Seite der Davids zu ziehen. Anzeige 4 TRADERS´ 05.2023

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